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40 Jahre «Traumschiff» – Seit 1981 auf Quotenkurs

Wolfgang Rademann (2.v.r.) und seine «Traumschiff»-Crew. (Urheber/Quelle/Verbreiter: picture alliance / dpa)
40 Jahre Herzschmerz auf dem Meer: Das ZDF-«Traumschiff» stach am 22. November 1981 erstmals in See. Es ist neben dem «Tatort» einer der wenigen fiktionalen TV-Dauerbrenner im deutschen Fernsehen.

Langsam gehe ihm die Welt aus, sagte der Produzent Wolfgang Rademann schon zum 30. Jubiläum vor zehn Jahren, denn es sollen eigentlich exotische Ziele sein, die die «Traumschiff»-Crew ansteuert, damit sie das Fernweh der Zuschauer in Deutschland wecken.

Vor fünf Jahren starb der Erfinder Rademann mit 81 Jahren, doch seine populäre Fernsehreihe «Das Traumschiff» lebt fort. Am Montag (22.11.) ist es 40 Jahre her, dass die erste Episode im ZDF lief. Damit gehört die Reihe neben den Formaten «Tatort», «Polizeiruf 110» oder «Der Alte» zu den langlebigsten fiktionalen deutscher Fernsehgeschichte.

Seit 1981 – damals war noch Helmut Schmidt Kanzler der Bundesrepublik – wurden 90 «Traumschiff»-Folgen ausgestrahlt. Zum Jubiläum hat das ZDF Dutzende alte Episoden in seine Mediathek gestellt – und natürlich gibt es Weihnachten und Neujahr auch wieder neue Folgen, die inzwischen siebte und achte Ausgabe mit Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger. Sie führen nach Schweden (26.12.) und Namibia (1.1.) und sind schon ab Heiligabend in der Mediathek verfügbar.

Traumziel Karibik

Ende November 1981 legte das Fernsehschiff zur ersten Fahrt in die Karibik ab. Entstanden war das TV-Format nicht nur unter Einfluss der amerikanischen Serie «Love Boat», sondern auch der DDR-Fernsehreihe «Zur See» aus den 1970er Jahren.

Heide Keller, die Ende August mit 81 Jahren starb, zählte viele Jahre zur Stammbesatzung. Bis Ende 2017 – mehr als 35 Jahre – spielte sie die gutherzige Chefhostess Beatrice. 2019 nannte sie den vergleichsweise jungen Silbereisen als Kapitän «eine totale Fehlbesetzung», schlug später aber einen versöhnlicheren Ton an.

Seit Jahrzehnten funktioniert das «Traumschiff» ohne große Veränderungen. Etwa 40 Prozent spielen an Land, 60 Prozent an Bord. Es werden drei Geschichten erzählt: eine Liebesgeschichte, eine lustige und eine spannende. Viele finden die Episoden viel zu berechenbar und die Dialoge zu hölzern, Fans lieben es.

Nicht alles ist gleichgeblieben: So war das «Traumschiff» zunächst das Kreuzfahrtschiff «Vistafjord», dann folgten die «Astor» und die «Berlin», dann die «Deutschland» und seit 2015 die «Amadea». Geblieben ist – seit nunmehr 35 Jahren – die von James Last (1929-2015) komponierte Titelmusik.

Die Kapitänsmütze wurde einige Male weitergereicht: von Günter König (Kapitän Braske 1981/’82) über Heinz Weiss als Kapitän Hansen (1983-1999) an Siegfried Rauch als Kapitän Paulsen (1999-2013) zu Sascha Hehn als Kapitän Burger (2014-2019) und schließlich an Florian Silbereisen.

Zahlreiche Stars in Gastrollen

Schauspielerinnen und Schauspieler mit besonders vielen Gastrollen waren in vier Jahrzehnten Gila von Weitershausen, Maria Sebaldt und Gaby Dohm, aber auch Sigmar Solbach, Günther Maria Halmer und Dietrich Mattausch. An Bord waren auch Stars wie Thomas Gottschalk, Hape Kerkeling, Joachim Fuchsberger, Peter Weck, Hannelore Elsner, Otto Sander, Til Schweiger, Otto Waalkes, Klausjürgen Wussow und Udo Jürgens.

«Bauer sucht Frau»-Kupplerin Inka Bause war einige Folgen als Fitnesstrainerin dabei. Der TV-Satiriker Harald Schmidt ist immer mal wieder als Crewmitglied Oskar Schifferle dabei. Er sagte einst dem «Spiegel»: «Bei Engagements gilt für mich die Devise: Drehort geht vor Inhalt.»

Erst kürzlich lästerte der langjährige Late-Night-Talker in der «Bild», dass es «anstatt gut frisierter Sprechpuppen, die im Social Media unterwegs sind» nun auch wieder Schauspieler beim «Traumschiff» gebe – und etwas weniger Influencer.

Von Gregor Tholl, dpa